Angefangen hat alles beim Schützenfest 2024. Florian Kühnen fragte André Haider, ob wir nicht wieder Soldaten einladen könnten. André ist bei uns bekanntlich ganz normaler Schütze, arbeitet im richtigen Leben aber als Oberstleutnant beim JAPCC in Kalkar. Also nahm er die Idee einfach mal mit zur Arbeit.
Und tatsächlich: Zum Schützenfest 2025 sagte eine internationale Delegation des JAPCC zu. Unser Geschäftsführer Sebastian Kock war davon offenbar so begeistert, dass er die Sache direkt etwas größer machte: „Bislich ist jetzt in der NATO.“
So weit war es dann doch noch nicht. Aber die Gäste kamen, wir gingen gemeinsam schießen, marschierten zusammen durchs Dorf und erlebten den Großen Zapfenstreich. Vor allem aber verstanden sich alle ziemlich gut. Aus einem Besuch wurden Kontakte – und beim Schützenfest 2026 waren unsere Gäste aus Kalkar wieder mit dabei. Diesmal war es schon kein erstes Kennenlernen mehr, sondern ein Wiedersehen.
Irgendwann entstand daraus die Idee: Warum machen wir nicht mehr daraus?
Die Stadt Wesel war schnell mit im Boot und am 19. Mai 2026 beschloss der Rat offiziell die Patenschaft mit dem Deutschen Anteil des JAPCC. Ende Mai wurde es dann noch internationaler, als eine NATO-Forschungsgruppe mit Teilnehmern aus sieben Nationen im Deichdorfmuseum tagte. Und weil drei Tage Facharbeit allein etwas trocken gewesen wären, organisierte Willi Kock noch eine Boßeltour über den Rheindeich. Die kam bei unseren internationalen Gästen mindestens genauso gut an wie der Tagungsort.
Am 1. Oktober wurde es schließlich offiziell. Im Deichdorfmuseum unterzeichneten Bürgermeister Rainer Benien, Oberst i.G. Stefan Matzdorf und Andreas Michelbrink die Patenschaftsurkunde.
Und darin haben wir als Schützengemeinschaft einen ganz konkreten Auftrag bekommen:
„Der Schützengemeinschaft Bislich e. V. ist die besondere Aufgabe anvertraut, diese Patenschaft für die Stadt Wesel zu gestalten und zu pflegen. Sie soll Begegnungen ermöglichen, Verbindungen schaffen und dazu beitragen, dass aus dem feierlichen Versprechen dieses Tages eine lebendige und beständige Gemeinschaft erwächst.“
Damit hängt jetzt nicht einfach nur eine schöne Urkunde an der Wand. Jetzt sind wir dran.
Wir wollen gemeinsam mit unseren Freunden vom JAPCC überlegen, was wir in Zukunft auf die Beine stellen können. Dabei soll es ausdrücklich nicht nur um Schützen und Soldaten gehen. Die Patenschaft gehört zur Stadt Wesel – wir haben die schöne Aufgabe bekommen, sie von Bislich aus mit Leben zu füllen.
Und wenn man bedenkt, dass das Ganze vor zwei Jahren mit Florians Frage begann, ob André nicht mal wieder ein paar Soldaten zum Schützenfest mitbringen könnte, ist daraus schon ganz schön was geworden.
Wir sind jetzt in der NATO. Mal sehen, was uns als Nächstes einfällt.
Bilder von der Patenschaftsfeier findet ihr hier.