Hilfstransport auf dem Rückweg

Wir haben einen neuen
Herzlich Willkommen
Jungschützin oder Jungschütze werden
Verfasst von admin am Sa., 03/19/2022 - 09:11

Am anschließenden Tag setzten wir uns erneut mit Pastor Alex in Kontakt. In seiner Klinik sind nachts einige Geflüchtete aus Mykolajiw eingetroffen, die gerne nach Deutschland mitfahren würden. Da er uns erzählt hatte, dass er unter anderem einen Trockner benötigen würde, gingen wir morgens in Botoșani einen Trockner kaufen und fuhren anschließend wieder nach Chișinău.
Dort angekommen übergaben wir Alex den Trockner und packten das Gepäck unserer ukrainischen Passagiere in das Auto. Dann machten wir uns auf den Weg zurück nach Rumänien, wo wir auch die erste Nacht verbracht haben.
Am nächsten Morgen ging es früh weiter in Richtung Ungarn. Unser Ziel war für die Nacht Wien gewesen. Wir sind aber leider nicht so weit gekommen, da wir sechs Stunden an der Grenze zwischen Rumänien und Ungarn warten mussten, bis wir passieren konnten. Aber in diesen sechs Stunden haben sich unsere Mitfahrer sehr geöffnet. Sie haben uns ein Spiel gezeigt, welches in der Ukraine sehr verbreitet ist, und wir haben uns ein bisschen besser kennenlernen können. Die kleineren Kinder (fünf und sieben Jahre alt) haben mit uns ihre Musik gehört und wir haben sogar ein bisschen dazu getanzt.
Nachdem wir es über die Grenze geschafft hatten, übernachteten wir kurz später auch in Ungarn.
Am nächsten Morgen fuhren wir wieder gegen neun Uhr los. Unser Ziel für diesen Tag war Hannover. Unsere Route verlief von Ungarn über Österreich in die Slowakei und vorn dort aus ging es über Tschechien nach Deutschland. Wir kamen tatsächlich ohne Probleme gegen 23:30 Uhr in Hannover an. Während einer von uns mit fünf unserer Mitfahrer in das Hotel eincheckte, wartete der andere darauf, dass die anderen beiden von einem Freund der Familie abgeholt wurden. Damit hatten wir seitdem nur noch fünf Mitfahrer.
Am nächsten Morgen hatte sich der Plan etwas geändert. Eine der beiden übrigen Familien wollte sich lieber von einer Bekannten aus Bremerhaven in Hannover abholen lassen. Wir warteten also in Hannover, bis diese Bekannte dort eintraf, da wir die Familie nicht alleine dort lassen wollten. In dieser Zeit haben wir uns noch besser kennengelernt. Wir erfuhren, dass der Mann der einen Familie schon längere Zeit beim Militär gearbeitet hat und sich aktuell auf einem der ukrainischen Kriegsschiffe befindet. Der andere Mann der Familie arbeitete als Taxifahrer und muss nun an die Front und in den Krieg ziehen, um das Land zu verteidigen. Wir waren uns der Situation, dass die Männer das Land nicht verlassen dürfen, natürlich schon vorher bewusst, aber trotzdem waren wir schockiert, als uns das Betroffene, mit denen wir Tage zusammen verbracht hatten, nochmal erzählt hatten.

Ein paar Stunden später fuhren wir dann mit einer Familie zurück nach Wesel. Dabei handelte es sich um eine 35-jährige Mutter mit ihrer 7-jährigen Tochter. Wir brachten sie in ihre Unterkunft, die für sie bereitgestellt worden war und sie lernte die Familie kennen, bei der sie nun für einige Zeit wohnen wird. Sie wurde dort sehr nett empfangen und man kümmerte sich sofort um sie und ihre Tochter und zeigte ihr alles.
Wir hoffen nun, dass alle Familien dort, wo sie nun untergekommen sind, zur Ruhe kommen können, ihren Frieden finden werden und bald wieder mit ihren Männern, Brüdern und Vätern vereint sein werden.

 

Zur Übersicht ►